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 Der Verband für Musikberufe

Augsburg Jazz Quartett Konzert

Konzert vom: 
28.04.2009

Eine klassische Besetzung des moderneren Jazz war im letzten Konzert des Tonkünstlerverbandes Augsburg-Schwaben und der Augsburger Theatergemeinde zu hören: das Augsburger Jazz-Quartett - das sind die Herren Alex Schmidt (Sopran- und Tenorsaxophon), Daniel Mark Eberhard (Piano), Martin Christian Schmid (Kontrabaß) und Harald Alt (Schlagzeug) - hatte sich als Gast den Trompeter Sebastian Studnitzky eingeladen, und in dieser Formation steht man - ob man will oder nicht - in der Tradition der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, in der Tradition eines Art Blakey oder Miles Davis und vieler anderer Jazzheroen, die immer noch und immer wieder mit ihren Aufnahmen heute auch präsent sind. Diese Musiker hielten dem Vergleich mit früheren Größen durchaus stand. Sie sind alle vielfach im U-Musik-Bereich tätig als Musiker, Lehrer, Arrangeure und Organisatoren, waren meist auch zur Vervollkommnung ihrer Fähigkeiten in den USA, immer noch die Talentschmiede, und sind sozusagen mit allen Wassern des Showgeschäfts gewaschen. Es wurde mit einem den Kompositionen des Jazzers Tom Harrell gewidmeten Programm solider bis virtuoser mainstream geboten. Besonders faszinierend war immer wieder der coole sound, der aus der Kombination von Trompete und Saxophon entstand. Studnitzky ist da besonders stark, wenn er mit dem etwas weicher als Trompete klingenden Flügelhorn die ganze Depression und Verlorenheit der Existenz herausbläst. Alex Schmid war ihm ein kongenialer Solist, und es beeindruckte sehr, wie er seine Soli immer wieder auf orgiastische Höhepunkte hinaufführte. Der dritte große Solist im Bunde ist der Pianist Eberhard: sehr agil, virtuos, ideenreich, zu jedem Stilmix bereit und dabei immer schön locker. Das Schlagzeug und der Baß mußten sich mit den Rollen der sidemen begnügen und boten immer solide und stark swingende Basisarbeit, das Schlagzeug dabei manchmal etwas zu aggressiv, der Baß etwas zu beschränkt im Tonumfang. Trotz der überzeugenden Kraft und der Energie, die das Quintett ausstrahlte, war allerdings auf die Dauer etwas enttäuschend, dass es die Konzertsituation nicht mit eingeplant hatte. Es mag bei einem Clubauftritt irgendwo genügen, aber für ein Konzert ist es einfach zu eintönig, wenn jedes Stück in etwa gleich abläuft mit dem Thema, Chorussen von den drei Hauptsolisten und der Themenwiederholung als Abschluß. Erst im allerletzten Stück als Höhepunkt des Abends war zum Beispiel mal „vier-vier“ zu hören, was man sich zur Auflockerung schon mal zwischendurch gewünscht hätte.

 

Christian Nees