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 Der Verband für Musikberufe

Elina Goto Konzert

Konzert vom: 
13.10.2007

Der Tonkünstlerverein Augsburg-Schwaben hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch junge, noch nicht so etablierte Künstler mit dem Angebot von Auftrittsmöglichkeiten zu fördern. In die Augsburger Galeria Cervino hatte er diesmal zu einem Konzert der japanischen Percussionistin Elina Goto geladen. Goto ist seit 1998 in Deutschland und hat nach einem dreijährigen Schlagzeug-Studium in Tokio in München und Augsburg und zuletzt bis 2005 in Basel in der Meisterklasse weiterstudiert. Die Preisträgerin und Stipendiatin des Leopold-Mozart-Kuratoriums hatte sich aus den vielen Instrumenten, die sie zu beherrschen weiß, die Marimba und das Vibraphon ausgesucht. Sie bot zunächst ein Werk von J. S. Bach in Bearbeitung und dann zwei Originalwerke der japanischen Marimba-Virtuosin Keiko Abe (1937) und des Amerikaners David Maslanka (1943). Der Klang der Marimba ist prinzipiell sehr warm und voll, die mittlere Oktave klingt sehr gut, die Baßregion aber klingt sehr dünn. War das nur bei diesem einen Instrument so? Gewöhnungsbedürftig war für mich, daß Akkorde kaum Volumen haben, sondern nur sehr kurz und „trocken“ nachklingen. Bachs Violoncellosuite BWV 1009 spielte Goto in ruhig fließendem Tempo mit schöner Körperspannung bei den schnellen Sätzen, die langsamen hatten das genannte Klang-Handicap. Bei Abes Stück mit dem Titel FROGS stellte Goto andere Soundmöglichkeiten der Marimba vor. Das hörbar genau für Marimba komponierte Stück stellte das Instrument in neuem Licht dar, z. B. klang es plötzlich wie eine Hammond-Orgel durch den Einsatz von rasend schnellem Tremolo mit vier Schlegeln. Goto präsentierte das sehr souverän und spielte auch phantasievoll mit Klangfarben durch den wechselnden Gebrauch von verschieden harten Schlegeln. Ihre virtuose Schnelligkeit zeigte Goto bei dem an Debussy erinnernden „My Lady white“ von Maslanka, das auf mich den stärksten Eindruck machte. Die nach der Pause auf dem Vibraphon gespielte Mischung von Klassikern aus dem Great American Songbook und Eigenkompositionen Jazz zu nennen, war angesichts dessen, was regionale und internationale Meister des Vibraphons sonst unter dieser Überschrift anbieten, reichlich naiv.

Christian Nees