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 Der Verband für Musikberufe

Melanie Sauter, Klavier Konzert

Konzert vom: 
26.11.2010

In der Galeria Cervino erhielt die Pianistin Melanie Sauter Gelegenheit durch den Tonkünstlerverein Augsburg-Schwaben, sich mit einem Klavierabend vorzustellen. Melanie Sauter studierte an den Musikhochschulen Freiburg im Breisgau und Würzburg, zuletzt bei Prof. Karl Betz, und erspielte sich 2009 das Meisterklassendiplom. Neben der solistischen Konzerttätigkeit ist sie auch als Kammermusikerin und Liedbegleiterin aktiv. Für ihr Konzert in Augsburg hatte sie mit Ausnahme eines Präludiums mit Fuge aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers von Bach (BWV 865) nur Werke der deutsche Romantik ausgewählt. Das Konzert hinterließ alles in allem genommen einen leicht zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite wurde man überwältigt von Sauters Expressivität, ihrem Sinn fürs Dramatische, Wilde und Extrovertierte. Die Zerklüftetheit im ersten Satz von Schuberts a-moll-Sonate (D 784) arbeitete sie wunderbar heraus, ebenso wie das Leidenschaftliche im ersten der drei Fantasiestücke Robert Schumanns (op. 111) oder in den Händelvariationen op. 24 von Brahms. Auch im Stimmengeflecht von Brahms’ Intermezzo op. 118/2 die versteckte Melodie zum Singen zu bringen, gelang ihr wunderbar und das auch im zweiten Phantasiestück oder Schuberts Mittelsatz. Andererseits ist eben beispielsweise Schuberts Melancholie nicht immer laut, lärmend, outriert, nach außen gerichtet, sondern auch depressiv nach innen gerichtet, ja innig, leise bedrohlich, unheimlich. Da ist mit gläserner clarté wenig auszurichten, die Musik erscheint dann zu eindimensional. Dass Melanie Sauter das strahlend Zarte aber durchaus präsentieren kann, zeigt dann wieder ihre sensible Gestaltung des wohl bekanntesten der Brahmsschen Intermezzi op. 118, dem in f-moll. Hier schwelgte sie in kontrapunktischer Lyrik und brachte diesen pianistischen Edelstein zum Glänzen. Die leider nicht gerade zahlreich erschienenen Zuhörer erklatschten sich animiert Chopins vierte Etüde aus op. 25 als Zugabe.

Christian Nees