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 Der Verband für Musikberufe

PODIUMSKONZERT Juliane Mack

Tango zu zweit, zu dritt
Duo de Nuovo und Assia Chappot beim TKV Augsburg-Schwaben
Konzert vom: 
20.11.2015

von Manfred Engelhardt, Augsburg. Südamerikanisches Flair verströmte ein Podiumskonzert des Tonkünstlerverbandes Augsburg-Schwaben. Im Konzertsaal des Leopold-Mozart-Zentrums genoss ein zahlreich erschienenes Publikum ganz besondere Töne jenseits der klassisch-modernen Standard-Programme. Das Duo de Novo mit der an der Augsburger Universität lehrenden Flötistin Juliane Mack und dem im klassischen wie im iberisch-südamerikanischen Bereich vielgefragten Gitarristen Luis Maria Hölzl vereinte sich mit der Cellistin Assia Chappot (u.a. Augsburger Philharmoniker) zu einem wunderbaren Tango-Programm. Der komprimierte und trotzdem vielgestaltige Vortragsabend streifte quasi durch die Geschichte des Tango in seinen wichtigsten Ausprägungen. Marco Pereiras (*!950) „Lis“ für die Dreierbesetzung changierte von fröhlicher Harmonie bis zur jäh ins Melancholische kippenden Stimmung. Von Heitor Villa-Lobos (1887-1959), dem großen brasilianischen Meister, wurde „Assobio a játo“ für Flöte/Cello geboten. In diesem eigenwilligen Werk waren weniger Tango- und Tanzemphase, eher scharfkantige, flackernde motorische Passagen und expressive fahle Klänge zu hören. Eindrucksvolle musikalische Ortsbeschreibungen aus Buenos Aires sind drei Stücke von Máximo D. Pujol (*1957) für Flöte und Gitarre: Es sang, zirpte, schnatterte, trommelte fröhlich bis gespenstisch zwielichtig aus allen Ecken von Pompeya, Palermo und San Telmo. „Canción al árbol del olvido“ des immer mehr bei uns hochgeachteten Argentiniers Alberto Ginastera (1916-83) ist eine bestechende, modern geschärfte und präzis modellierte Elegie mit Cello und Gitarre. Höhepunkt war natürlich Astor Piazzollas (1921-92) „Histoire du Tango“ für Flöte und Gitarre. Es beschreibt den Stil des großen Altmeisters, der mit seinem Tango nuevo den lasziv brütenden einstigen Bordell- und Kaschemmen-Sound in die kunstvolle Verknüpfung  mit klassisch-europäischen Formen kammermusikalischer Vielschichtigkeit führte. Mit süffig arrangierten, berühmten Tango-Schlagern ging das virtuos und passioniert spielende Trio ins beifallumrauschte Finale.