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 Der Verband für Musikberufe

Responding Spirits, Michael-Zeller-Band Konzert

Responding Spirits
Konzert vom: 
01.04.2011

Responding Spirits war das letzte Konzert des Tonkünstlervereins Augsburg-Schwaben überschrieben. Die geistvollen Einfälle und Ideen, die da kommunizierten, kamen von den vier Mitgliedern der Michael-Zeller-Band: dem Namengeber der Formation selbst an der Gitarre, Stefan Schulzki am Klavier, Rocky Knauer am Baß und Markus Halder am Schlagzeug. Die Band hatte sich eine leichte und gleichzeitig auch sehr schwere Aufgabe gestellt, nämlich ein ganzes Konzert ohne vorstrukturierte Stücke und nur mit freier Improvisation spannend zu gestalten. Gelungen ist ihnen die Bewältigung dieser Aufgabe nur teilweise. Anfangs war es schon sehr faszinierend zu verfolgen, wie die Musiker sich die Bälle gegenseitig zuspielten, miteinander kommunizierten, kurze Phrasen, Melodie- und Rhythmussplitter in den Raum stellten, auf die die jeweils anderen dann reagierten. Plötzlich war auch immer wieder mal ein gemeinsam artikulierter durchgehender beat da, der aber mit viel Lust auch immer gleich wieder zerstört wurde. Das alles spielte sich auf hohem technischen Niveau ab, vor allem der Bassist Knauer zeigte sich als virtuoser Beherrscher seines Instruments und steuerte bei sattem sound auch viele klangschöne Flageolettöne bei und spielte weite Strecken auch mit dem Bogen sonore licks oder weiche Kantilenen. Auch Halder am Schlagzeug malte mit den verschiedensten Spielarten auf seinem drumset die interessantesten Farben, dem der Pianist Schulzki mit alternativer Klangerzeugung nicht nachstand und den Flügel mit Klöppeln zu einer Art Hackbrett oder Cymbal machte. Um die Improvisation irgendwie in eine gewisse Richtung zu bringen waren die Stücke „Fallin’“ oder „Searchin’“ überschrieben, was z. B. bei ersterem zu einem Beginn aller Instrumente mit hohen und lauten Tönen in schneller Bewegung führte, was sich im Verlauf der nächsten circa 12 bis 15 Minuten immer mehr „absenkte“ in tiefere Register und schließlich in einem Solo des Kontrabasses mit dem Tonzentrum E, seinem tiefsten Ton, endete. Da aber alle insgesamt sechs Stücke auf diese Weise oder doch ähnlich gestaltet waren, ermüdete das Konzert schließlich immer mehr, vor allem auch, weil es nach der Pause mit „Fallin’ again“ ziemlich redundant weiterging. Man hatte den Eindruck, die musikalisch hörbar gerne ausgelebte Improvisationsfreiheit hätte ab und zu festere Strukturen sei es harmonischer, sei es rhythmischer Art gebraucht, um als das andere von Fesselung oder Bindung wahrgenommen werden zu können. Das nicht sehr zahlreich erschienene Publikum erklatschte sich fleißig eine Zugabe, die noch einmal Rocky Knauer und seine Kunst ins beste Licht setzte.

Christian Nees