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 Der Verband für Musikberufe

TKVA-Konzert im Augsburger Rokokosaal

PAS DE TROIS
Holzbläser-Professoren des Leopold-Mozart-Zentrums boten Virtuoses beim TKVA-Konzert im Augsburger Rokokosaal – inklusive CD-Präsentation
Konzert vom: 
04.12.2014

Augsburg  Werke von Erwin Schulhoff, Richard Heller, Paul Marshall Douglas, Dirk-Michael Kirsch, Werner Heider und Darius Milhaud standen auf dem Programm des Podiumskonzerts, das der TKVA am 4. Dezember im Rokokosaal der Regierung von Schwaben mit Heike Steinbrecher (Oboe), Harald Harrer (Klarinette) und Karsten Nagel (Fagott) veranstaltet hatte. Im Zentrum des Abends stand die Uraufführung von Hellers „Pas de trois“ pour trio d’anches, op. 53. Dessen Titel eignete sich das Ensemble als Widmungsträger nun als neuen Namen an und benannte damit zugleich auch  die neue CD, die an diesem Abend vorgestellt wurde.

„Pas de trois“ pour Trio d’anches schrieb Richard Heller als Tanz gleichberechtigter Solisten. In den Sätzen „Prélude – Contemplation – Jeu“ ist Hellers essentielles Anliegen einer Balance zwischen Konstruktion und  Emotion stets präsent. Klagendes, Kommentierendes, Monologe, Dialoge wechseln miteinander ab – in klar strukturierter Harmonik und ästhetischer Ausgewogenheit.

Paul M. Douglas‘ „Lignon“ für Klarinette solo entstand 1989 in Vancover. Harald Harrer spielte das in Rondo-artig angelegte Werk mit Virtuosität und Esprit, präsentierte dabei alle Lagen seines Instruments – spontaner Applaus brandete auf.

Der u.a. an der Augsburger Universität lehrende Dirk-M. Kirsch schrieb als Oboist seine „Elegie“ op. 23 für Englischhorn solo naturgemäß instrumentengerecht. Die sanfte Melodik des durchaus tonal gehaltenen und dennoch keineswegs rückwärtsgewandten Werks zelebrierte Heike Steinbrecher in herrlich cantablem Legato – fast schade, dass diese Musik irgendwann endete….

Werner Heider‘s „Septembertage“ (1989), ein „musikalisches Tagebuch“ aus zyklisch angeordneten, jeweils 1-minütigen Stücken, beinhalten neben den Abschnitten für Harfe, Tuba und Akkordeon in den Nummern 1 bis 7 die Miniaturen für Fagott solo. Karsten Nagel kündigte die „Schritte - Stimmungen -  Standpunkte – Übermut – Situationen – Erfahrungen – Einsichten“ in jeweils passendem Tonfall persönlich an,  interpretierte sie entsprechend lautmalerisch oder nachdenklich, konkret, verhalten oder auch kurios; ein Zyklus von erfrischender Kürze, brillant dargeboten.

Gewichtige Trio-Werke eröffneten und beendeten den Abend:                                                                   Das Trio stellt sich mit  Erwin Schulhoff’s „Divertissement“ vor - eine kontrapunktische „Ouvertüre“, ein spätromantischer „Romanzero“, „Florida“ mit bitonaler Harmonik und ein flottes „Rondino-Finale“ mit humorvoll abruptem Schluss.

Am Ende dann Darius Milhaud mit seiner genialen „Suite d’après Corette - eigentlich für eine Produktion von Shakespeares Romeo und Julia komponiert. Der Komponist veröffentlichte sie auch als Konzert-Suite in Bezugnahme auf den Rokoko-Komponisten Michel Corette. Milhaud schuf hier ein neobarockes, äußerst kurzweiliges  und unterhaltsames Werk, in dem die drei Künstler ihr feinfühliges Zusammenspiel, ihre dynamische Spannbreite, ihre ungemein differenzierte Artikulation und wohltuend perfekte Artikulation noch einmal eindrucksvoll zum Ausdruck brachten. Langanhaltender Beifall im gut besetzten Rokokosaal, Blumen und Vorfreude auf das nächste Mal….

Hörproben sowie Downloads des Augsburger Trios „Pas de trois“ gibt es bei iTunes und Amazon. Zu beziehen ist die CD über ISSA Musik www.issa-musik.de und www.amazon.de.               

 

Stephan Kaller