Der Verband für Musikberufe

FESTKONZERT 100 Jahre Augsburger Tonkünstler (2)

Virtuos gefeiertes Jubiläum
Festkonzert des Tonkünstlerverbands
Konzert vom: 
31.03.2019

Von Oliver Wolff. Zwei wesentliche Bestimmungen des Tonkünstlerverbands sind zum einen der musikalische Qualitätsnachweis der Mitglieder und zum anderen die Förderung der zeitgenössischen Musik. Beides war im Festkonzert zum 100-jährigen Jubiläum des Augsburger Tonkünstlerverbands (TKV) Teil des Programms. Mit einer hochkarätigen Musiker-Besetzung wurde am Sonntagabend einer der größten Regionalverbände des TKV im Kleinen Goldenen Saal gefeiert.

Den Anfang machte Pianistin Evgenia Rubinova. Vor einigen Jahren hatte es sie nach Augsburg verschlagen, seitdem ist sie am Leopold-Mozart-Zentrum Klavierprofessorin. Die in Taschkent geborene Russin zeigte ihr ganzes Können: Bei der von Franz Liszt für Soloklavier bearbeiteten Version von Beethovens „Adelaide“ wie auch bei der bekannten Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 in cis-Moll. Rubinovas kurzweilige Interpretationen waren äußerst facettenreich und an Virtuosität kaum zu überbieten: von graziösen Bewegungen zu energiegeladenen Kraftakten.

Nach der Pause gab es die Uraufführung eines Werkes des international renommierten zeitgenössischen Komponisten Tobias PM Schneid, vorgetragen vom Seraphin-Trio. Die Komposition, ein Klaviertrio, ist dem Pianisten Gottfried Hefele gewidmet, der letztes Jahr verstarb und das Stück uraufführen wollte. Als Ersatz konnte der israelische Pianist Gilead Mishory gewonnen werden. Zusammen mit dem Violinisten Wilhelm F. Walz, jahrelang Konzertmeister der Augsburger Philharmoniker, und dem Cellisten Julien Chappot erwies sich das Trio als abgestimmte Einheit. „Amadé – Korrespondenzen und Dialoge“ ist kompositorisch angelehnt an Charaktereigenschaften von Mozarts Musik. Aber auch der Brahms-Stil war herauszuhören, ebenso cineastische Effekte. Mit Elan und Einfühlungsvermögen demonstrierte das Trio die effektvolle Komposition Tobias PM Schneids. Das Werk lässt sich als kompositorischer Zyklus der Musikgeschichte mit zeitgenössischem Kommentar beschreiben.

Pianist Mishory spielte zudem Gustav Heuers spätromantisches Appassionato op. 45. Der Augsburger Komponist gilt als Gründer des Augsburger Tonkünstlerverbandes. Eine gebührende Darbietung von herausragenden Interpreten beim Festkonzert.